36 Grad und es wird noch heißer. Mach das Dreieck doch noch kleiner. 36 Grad kein Ventilator. Das kommt dem Pilot schon ganz schön hart vor. Vergleichsfliegen Dannstadt - 2. Halbzeit. Ein kurzer Abriss von Frank Donnermeyer.

Ein Schwall trockener und sehr heißer Luft aus der afrikanischen Wüste bescherte uns irrwitzige Temperaturen und blauen Himmel über das ganze Wochenende. Eigentlich 1a Freibadwetter und nichts für Segelflieger. Aber Wettbewerb bleibt Wettbewerb. Punkt.

Samstag: Die Auslösetemperatur an solchen Tagen ist sehr hoch und wird auch erst spät erreicht. Dementsprechend angesagte Startbereitschaft erst um 13:00. Der erste Schnupperer wurde in die Luft geschleppt und klinkte bei 600m. Dann hier ein Kreis, dort ein Kreis und nach wenigen Minuten war deutlich das Gebrüll des Turbos zu höhren. Ob das ein gutes Zeichen ist?? Also wurde der Start nochmals um 30 Minuten verzögert.
Dann aber ging es los mit der Clubklasse. Peter Franke (B) meldete nach dem klinken steigen bis 1 m/s, nur um nach ein paar Minuten wieder landen zu müssen - abgesoffen. Gleiches Schicksal erlitten Inga Weisheit (MF) und Stefan Schneider (KT), die sich allerdings nicht noch einmal schleppen ließen. Das restliche Feld konnte sich in der Luft halten, aber zunächst kaum Höhe erkämpfen.
Die Aufgabe war für die Clubklasse und Gemischte Klasse sehr ähnlich und nicht sehr lang. Dennoch zu lang für viele. In der Clubklassse konnte einzig Leon Baab (DU) die Aufgabe vollenden. Eine von Nordosten hereinziehende Abschirmung würgte die Thermik einfach komplett ab. Viele Segelflugzeuge, auch vom Wettbewerb Hockenheim oder Vergleichsfliegen Sinsheim, glitten nur noch die Höhe ab und parkten dann in der Landschaft. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn man in kaum 300 m über Grund noch ein dutzend Segelflugzeuge unter sich fliegen sieht! Frank konnte, trotz Außenlandung in Ödheim, den dritten Platz erreichen. 
In der Gemischten Klasse waren es immerhin 9 Teilnehmer, die die Aufgabe vollenden konnten. Den Tagessieg holte sich Nils Ullrich (BU) vor Herry, die im Team geflogen waren. Volker musste einen Zwischenstopp an der Wende Mainbullau einlegen.

Sonntag: Der zweite Tag des Wochenendes war nochmal ein wenig heißer, aber dennoch ein wenig besser zu ertragen ob des leichten Windes, der über den Platz in Dannstadt strich. Dies galt allerdings nicht für das Material. Eine der drei Schleppmaschinen gab Rauchzeichen beim schleppen von sich. Die Hitze forderte ihren ersten Tribut in Form einer Zylinderkopfdichtung.
Aus der Erfahrung des gestrigen Tages gab es heute keine Racing Task sondern eine AAT sowohl für die Clubklasse als auch für die Gemischte Klasse. Aber auch an diesem Tag war die primäre Aufgabe erst überhaupt einmal in der Luft zu bleiben. Trotz der sehr späten Startzeiten entwickelte sich die Thermik nur sehr zögerlich. Über Bad Dürkheim bildete sich aber dann später sogar ein Wölkchen und die Basis erreichte dort beachtliche 3000m, aber zu spät für die Clubklasse, die da schon abgeflogen sein musste. Nur zwei aus dieser Klasse konnten die Aufgabe dann auch erfüllen. Manch einer von denen war währende des größten Teils des Fluges nicht über 600 m hinausgekommen. Eine sehr schweißtreibende und nervenaufreibenden Angelegenheit. Frank, schon wieder außen gelandet, diesmal auf einen Acker bei Kirrheim, konnte abermals den dritten Platz erreichen.
Die später abfliegende Gemischte Klasse hatte da mehr Glück. Wer sich die 3000 Meter geholt hatte, konnte bis zur 2. Wende durchgleiten und über dem Kraftwerk Heilbronn Endanflughöhe tanken - so einfach kann das gehen, mit dem richtigen Flugzeug. Immerhin 16 Teilnehmer konnten den Kurs umrunden. Volker erreichte dabei einen guten 13. Platz.
Das die Hitze aber dann doch nicht spurlos an uns Piloten vorbei gegangen war, zeigte sich an der Bilanz am Abend. Eine Landung eines Teilnehmers entgegen der allgemeinen Landerichtung, Gegenverkehr inklusive, und eine Landung ohne ausgefahrenes Fahrwerk sind sicher (auch) der Hitze zuzuschreiben gewesen.

Montag: Heute sollte es noch wärmer werden. Das warten auf den Start bei offiziell gemessenen 37 Grad Celsius im Schatten war kaum noch zu ertragen. Einige nutzten die Wartezeit zum schwimmen oder kühlten sich unter der kalten Dusche ab, die eilig vor dem Clubheim installiert wurde.
Da in der Clubklasse Wertung keine Änderungen mehr zu erwarten waren, wurde diese Klasse neutralisiert um der Gemischten Klasse mehr Zeit zu verschaffen. Doch nach sehr kurzer Diskussion, man munkelt gar ohne Gegenargumente, wurde man sich sehr schnell einig, auch die gemischte Klasse zu neutralisieren. Stattdessen traten die beiden Klassen in einem alternativen Wettkampf gegeneinander an. In dem ausgetragenen Schwimmwettbewerb verlor die Clubklasse nur knapp. Anzumerken ist allerdings, das keine Indizies angewendet wurden, dann wäre das Ergebniss sicher ein ganz anderes gewesen. . .

Insgesamt war das Vergleichsfliegen wieder mal sehr kurzweilig, sehr lehrreich, gut organisiert und absolut zu empfehlen. Verbesserungsfähig war allein das Wetter. Das können wir aber, Gott sei Dank, nicht beeinflussen. Die Wertungen aus sicht von Apus e.V. sind auch ganz erfreulich. Frank konnte in der Clubklasse den 4. Platz erringen, in der Gemischten Klasse erreichte Herry den 13. und Volker den 20. Platz.

Ich freue mich schon auf das nächste Vergleichsfliegen in Dannstadt!

 

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