Die Bilanz nach dem ersten Wochenende des Vergleichsfliegens fällt gemischt aus. Eigentlich hatten wir uns auf einen Stehtag am Donnerstag und auf drei Hammertage eingestellt, aber es kam wie immer gaaanz anders. Ein kurzer Abriss von Frank Donnermeyer.

Donnerstag: Die Wettervorhersage versprach nicht viel. Überwiegend breitgelaufene 8/8 Bewölkung und von Norden Überentwicklungen mit Regen. TopMeteo war dagegen deutlich optimistischer. Dennoch wurde die Clubklasse in den Himmel gezogen und der Start freigegeben. Die Aufgabe war klein gesteckt, aber für das Wetter immer noch zu groß.
Das Team der CL verzichtete gleich auf den Start, keiner der übrigen konnte die Aufgabe beenden, ja noch nicht einmal die mindestens 100 km für eine erfolgreiche Wertung erreichen.
Nach dem Abflug unter der Wolkendecke sah für mich das Wetter auf dem Weg zur ersten Wende bei Schweighofen östlich des Rheins am besten aus. Hin und wieder konnte die Sonne den Boden erreichen, aber auf Höhe des Wendepunkts war kein vorankommen Richtung Westen mehr möglich. Mehrmaliges versuchen half nicht - Landung in Linkenheim.
Diejenigen, die sich am Pfälzer Wald entlang gehangelt haben, hatten da mehr Glück. Dafür konnte meine Rückholmannschaft mit mir auf der Insel Rott in herrlicher Umgebung erstklassigen Fisch genießen, da die Linkeheimer Schleppmaschine durch einen technischen Defekt ausfiel und die Dannstädter Schleppmaschinen im Dauereinsatz waren, um das Starterfeld wieder einzusammeln.

Der Start für die gemischte Klasse wurde gestrichen.

Freitag: Das Wetter sollte heute deutlich besser werden, doch die erwartete Besserung erreichte Dannstadt erst in den frühen Abendstunden.
Der Start beider Klassen erfolgte bei unstrukturierten Wolken unter einer hohen Abschirmung, dennoch konnten sich alle in der Luft halten und erfolgreich abfliegen. Die Clubklasse hatte ihren ersten Wendepunkt in Nordosten, Bensheim, der aber von toter Luft umgeben war. Die Hälfte des Feldes landete in Weinheim, die andere Hälfte ist gar nicht erst soweit gekommen oder konnte sich im Kriechgang nach Dannstadt zurück retten. Auch heute erreichte niemand ein Ergebnis, das für eine Wertung gereicht hätte.

Auch die gemischte Klasse hatte kaum mehr Glück. Auch hier reichte es nicht zu einer Wertung. Die zurückgelegten Strecken waren jedoch insgesamt länger, da die Klasse den Vorteil hatte, zuerst in bessere Wetter fliegen zu können.

Samstag: Endlich, endlich gutes Wetter! Im nachhinein hätte für meinen Geschmack die Aufgabe für die Clubklasse ein bisschen größer sein können, aber nach den Erfahrungen der ersten beiden Tage war ich froh endlich mal eine Aufgabe absolvieren zu können. Und hinterher ist man immer schlauer.

Ich hatte meinen Abflug verzögert um mit Volker und Herry ein Teil der Strecke gemeinsam abfliegen zu können. Die Aufgaben der Club und der gemischten Klasse waren sich sehr ähnlich. Volker meldete seinen Abflug allerdings etwas früh, sodass Herry und ich vom Start weg Rückstand hatten. Wir versuchten Volker einzuholen und sind dadurch sehr tief abgeflogen und auch relativ niedrig in den Odenwald eingestiegen. Fast hätte sich das gerächt, mussten wir uns doch schon bald aus niedriger Höhe wieder hoch kämpfen.
Die restliche Strecke bis kurz vor dem ersten Wendepunkt Karlstadt-Saupurzel war kein Problem, am Wendepunkt selbst war die Thermik jedoch falsch herum. Für die wenigen Kilometer Strecke bis zur Wende und zum nächsten Bart zeigte mein Rechner eine Gleitzahl von 10! Pech gehabt. Den Landeacker schon in Augenschein genommen, das Fahrwerk schon ausgefahren, konnte ich mich da noch einmal bei Markt Retzbach ausgraben. Die Aktion hat allerdings mehr als 30 Minuten Zeit in Anspruch genommen, eine gute Wertung war damit dahin. Die restliche Strecke verlief sehr gut und ich konnte meinen Schnitt nochmal wieder deutlich nach oben verbessern. Am Ende reichte es dann doch noch zu Platz 4. Endlich eine Wertung!

Herry hatte mich schon kurz vor meiner ersten Wende verlassen und sich kurz nach seiner ersten Wende Gemünden Bahnhof mit Volker getroffen. Nach der zweiten Wende in Aalen waren die beiden sich über die weitere Streckeführung uneins und sind von da an getrennt nach Dannstadt zurückgeflogen. Auch in der gemischten Klasse gab es endlich eine Wertung, Herry auf 17 und Volker auf 18.

Sonntag: Das Wetter am Sonntag war schon wieder sehr durchwachsen. Der Start zur AAT – Aufgabe in der Clubklasse war schon die erste Herausforderung. Am Start selbst gab es einige Unstimmigkeiten mit einer Schleppmaschine, dann gings mit einer Verzögerung aber los. Im Ausklinkraum fühlte ich mich allein gelassen wie Rotkäppchen im Wald, über mir nur hohe Bewölkung, von Cumulanten oder anderen Seglern keine Spur. Da hilft nur Pfeifen und Dannstadt nicht aus den Augen verlieren. Gott sei Dank, an der Waldkante im Süden löste sich ein laues Lüftchen, das einem ermöglicht erst einmal die Höhe zu halten und sich selbst zu überreden nicht dem Drang nachzugeben, sofort wieder zu landen. Immerhin ist die Positionshöhe mittlerweile erreicht, aber die Position ist noch weeeit. . .

Na gut, das Gebrumme des Varios geht immer öfter in ein Pfeifen über und auch der Höhenmesser zeigt die ersten gewonnen Meter an. Schon kommen von überall Segelflugzeuge angeflogen und kreisen mit mir unter der sich langsam bildenden Wolke. Der Bart entwickelt sich immer besser und im gleichen Tempo bilden sich rundherum Wolken, die im Sekundentakt größer werden. Und dunkler. Und noch größer. Und noch dunkler.

Mein Plan spät abzufliegen war damit Makulatur, also los. Möglichst schnell und möglichst hoch bevor es zu Überentwicklungen kommt. Aber zu spät. Im Odenwald stand schon eine langgezogene Kette von dunklen Regenwolken, die ihre Schleusen bereits geöffnet hatten. Meine  gewählte Route über Heidelberg war eine grandiose Fehlentscheidung, denn zwischen mir und dem Sektor stand nun die zuvor genannte Regenwand – da gab es kein durchkommen. Selbst mit dem Kopf durch die Wand war da nichts zu machen. Volker ereilte das gleiche Schicksal, nur etwas später. Wohl dem, der den Einstieg in den Odenwald bei Bensheim gewählt hatte.
So erreichten dann auch nur drei aus der Clubklasse und acht aus der gemischten Klasse das Ziel auf vorbestimmten Wege, alle anderen mussten umkehren oder sind außen gelandet. Bis zu unserer Abreise am Abend waren noch viele Anhänger ohne Inhalt oder Stellplätze verwaist.

Soweit zum ersten Wochenende.
Fazit: Ganz anders als erwartet aber sehr lehrreich. Spaß hat es auch gemacht und ich freue mich auf die zweite Halbzeit.

 

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